Die neue Session naht

Der Begriff „Karnevalssession“ ist abgeleitet vom lateinischen sessio „Sitzung“, „Sitzungsperiode“ (von sedere „sitzen“). Er ist im rheinischen Karneval verbreitet, wird aber auch vereinzelt in anderen Regionen benutzt.

In der Mainzer Fastnacht, der südlichsten Region des rheinischen Karnevals, spricht man in Angleichung an benachbarte hessische und rheinhessische Regionen von der „Fastnachtskampagne“.

1823 gründete sich in Köln das „Festordnende Komitee“, um der bis dahin ungeordneten kölnischen Fastnacht eine neue Richtung und einen neuen Inhalt zu geben. Offizieller Hauptzweck war bei der Gründung, dass der „einstens so berühmte kölnische Carneval … durch einen allgemeinen Maskenzug erneuert und gefeiert“ werden solle, jedoch sollte in Wirklichkeit nur das bislang ungezügelte und anarchische Karnevalstreiben in den Straßen kontrollierter und geordneter werden sowie auch den bürgerlichen Schichten (aus deren Mitte die Komiteemitglieder damals wie heute zumeist entstammen) eine angemessene Teilhabe an den Fastnachtsfeiern ermöglicht werden. Die Organisation dieses Karnevalszuges lag beim „Kleinen oder lustigen Rat“; alle zahlenden Mitglieder des Komitees bildeten den „Großen Rat“, der sich in den folgenden Jahren regelmäßig zu „Generalversammlungen“ traf, die ab 1833 „Komiteesitzungen“ genannt wurden. Hauptzweck dieser Sitzungen war die Vorbereitung des Karnevalszuges. Sie begannen am Neujahrstag bzw. am Dreikönigstag und fanden bis zum Fastnachtssonntag jeden Sonntag von sechs bis zehn Uhr abends statt. Es gab Musik, Getränke, ernste und humorvolle Reden auf dem „Narrenstuhl“, einen von Räten umgebenen Präsidenten, Ordensverleihungen und ab 1827 den Brauch, gleiche Kappen zu tragen: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen!“ Daneben entwickelten sich große Bälle. Die Zeit dieser Sitzungen wurde bereits damals „Session“ genannt.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich der Beginn der Karnevalszeit nach vorn verschoben. Heute ist der „Elfte im Elften“ Auftakt der Karnevalssession. Sie endet mit Ablauf des Dienstags vor Aschermittwoch („Fastnacht“).

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